Der technische Fortschritt kann manchmal grausam sein. Das mussten die schlesischen Weber im 19. Jahrhundert erfahren, als Webmaschinen in den Händen von finanzstarken Unternehmern ihnen die Existenz vernichtete. Die Unternehmer – damals Verleger genannt – hatten kein Mitleid mit deren Nöte. Später waren es dann die Bleisetzer, die durch den Fotosatz ihren Job verloren. Und auch die Fotosetzer wurden durch die modernen Redaktionssysteme größtenteils arbeitslos. Von Lythographen und Grafikern will ich erst gar nicht reden. Wenn jetzt die technische Weiterentwicklung bei den Zeitungsverlegern weitergeht, dann hält sich unser Mitleid ziemlich in Grenzen. Denn die Handelsregisteranzeigen waren ein Monopol, das die Zeitungsverleger gegen Newcomer heftigst verteigten. In den 80iger Jahren z.B. war ich für eine lokalen Wochenzeitung in einer Süddeutschen Großstadt tätig, die versuchte der Tageszeitung Konkurrenz zu machen. Um die Handelsregisteranzeigen entwickelte sich da eine deftige Auseinandersetzung, bei der die örtliche Tageszeitung mit Zähnen & Klauen versuchte ihr Monopol zu bewahren. Wenn jetzt diese Eintragungen übersichtlich im Internet veröffentlicht werden, dann erleichtert das Recherchen über Firmeneintragungen ziemlich. Ein Fortschritt, den die Verleger nicht verhindern sollten.